Thema: Ernährung

Argumente gegen eine vegane Ernährung

Wie du vermutlich auch, habe auch ich die Feiertage im engen Kreis der Familie verbracht und durfte mich wie so oft für meine Ernährungsweise rechtfertigen. Da es oft schwer ist die richtigen Worte zu finden möchte ich dir hier ein paar Ideen an die Hand geben.

Erdnüsse in Schale

Zwar wird die Stimmung umso frostiger, je besser du argumentierst und im Nachhinein hast immer du angefangen, aber das ist alles besser, als wenn dir die Argumente ausgehen. Aus diesem Grund findest du hier die, meiner Meinung nach häufigsten Argumente gegen eine vegane Ernährung.

Der Regenwald Stirbt – Todesursache Tofu

Man findet in den hiesigen Supermärkten ausschließlich Sojaprodukte, die in Deutschland oder im Umland angebaut werden. Ca. 80% des weltweiten Sojaanbaus wird an Tiere verfüttert, um dann deren Fleisch zu essen. Wir schaffen es 60 Milliarden Nutztiere zu ernähren aber keine 8 Milliarden Menschen. Man könnte durch den Verzicht auf tierische Produkte als das Artensterben ausbremsen, die gesamte Weltbevölkerung ernähren und zudem den Klimawandel verlangsamen, da die Fleischindustrie einer der größten Umweltverschmutzer ist. So don’t blame Tofu!

Ich könnte niemals ohne Käse leben

Klar Käse schmeckt himmlisch und auch ich habe früher gefühlt alles überbacken, was man überbacken kann. Zugegeben die veganen Alternativen kommen NOCH nicht ganz an den käsigen Geschmack heran, aber man kann bereits jetzt gute Alternativen kaufen. Nachos mit Käse sind also möglich und was will man mehr als Nachos mit Käse?? Du musst eventuel leichte geschmackliche Einbußen hinnehmen, aber bewahrt dafür viele Tiere vor einem brutalen Leben und Tod. Das sollte doch auch etwas Wert sein.

Das ist doch alles viel zu teuer

Dieser Irrglaube hat sich ziemlich festgesetzt. Auch in der Arbeit meinte eine unserer Azubinen Sie würde gerne einmal versuchen sich vegan zu ernähren, sobald Sie mehr Geld verdient. Dass viele vegane Ernährung für sehr teuer erachten, liegt daran, dass hier meist nur die veganen Ersatzprodukte betrachtet werden. Veganer Käse beispielsweise ist oft recht teuer, da dieser mit Cashewnüssen produziert wird. Wer sich jedoch schon ein wenig eingekocht hat, weiß, wie vielfältig die pflanzliche Küche ist und dass die veganen Ersatzprodukte eher für “Fleischesser” sind, die eine fleischfreie Alternative testen möchten. Zudem wird auf Nachfrage zu 90% behauptet, dass wenn man sich überhaupt einmal Fleisch gönnt, nur das allerbeste Biofleisch vom Metzger neben dem Bauernhof kauft. Klingt für mich jedenfalls nach höheren Preisen.

Ich will ja nicht die ganze Zeit Tofu fressen, Fleisch schmeckt einfach viel besser.

Dazu habe ich gestern ein Bild gesehen, auf dem stand “Tofu schmeckt nicht scheiße, du kannst nur nicht kochen”. Das ist zwar etwas hart gesagt, aber an sich wahr. Mal davon abgesehen, dass man sich als Veganer nicht ausschließlich von Tofu ernährt, kann man daraus sehr leckere Gerichte zaubern, man muss nur wissen, wie man diese zubereitet. Tofu ist wie eine Kartoffel, pur macht sie nicht viel her. Aber jeder weiß, dass der Schmetterling, der aus dieser metaphorischen Kartoffel-Raupe hervorgeht, niemand anders, als unser liebster Burgerbegleiter Monsieur Pommes Fritten ist.

Kühe geben von alleine Milch, die müssen gemolken werden, das ist ja nicht so schlimm

Wie der Mensch gibt eine Kuh nur aus dem Grund Milch, ihr Kind /Kalb zu füttern. Die haben davon leider nichts, da sie bereits einen Tag nach der Geburt von Ihrer Mutter getrennt werden, damit die Milch vom Mensch konsumiert werden kann. Kühe geben nach der Geburt Ihres Kalbs ca. 10 Monate lang Milch und werden im Anschluss wieder künstlich befruchtet, damit das Ganze von vorne beginnen kann. Die meisten Kühe verbringen so ihr gesamtes Leben. Durch den Stress durchgehend gemolken zu werden verkürzt sich die Lebenszeit von zwanzig auf 4-5 Lebensjahre, da sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausreichend Milch geben können und geschlachtet werden.

Menschen haben schon immer Fleisch gegessen, das ist ganz natürlich

Ja der Mensch hat auch früher schon scheiße gebaut, Frauen keine Rechte zugestanden, andere Menschen wegen deren Hautfarbe versklavt und verdammt lange in Höhlen gewohnt. Nur weil etwas als Tradition angesehen wird, ist es nicht automatisch richtig. Zudem wurde bereits bewiesen, dass der Mensch früher sehr selten Fleisch gegessen hat und sich hauptsächlich pflanzlich ernährte, da die Jagt meist nicht von Erfolg gekrönt und sehr kräftezehrend war. Zumindest einige haben sich in der Zeit des Neandertalers weiterentwickelt. Hoffen wir, dass weitere folgen. 

Wenn ich nur Bio-Fleisch esse ist das doch okay!?

Biofleisch ist für den Menschen gesünder, weil die Tiere nicht mit Antibiotika oder Genfutter vollgestopft werden. Die Tiere haben dadurch jedoch kein Bilderbuchleben, wie es sich manche Menschen vorzustellen scheinen.    Ich wurde letztens gefragt, ob es nicht okay ist, wenn es ein kleiner Bauernhof ist auf dem alle Tiere fröhlich umherlaufen. Das wäre wenn man davon absieht, dass man die Tiere trotzdem nicht liebevoll töten kann natürlich vertretbarer als die Alternative. Diese Bauerhöfe gibt es aber nicht. Auf Biohöfen haben die Tiere kaum mehr Platz, männliche Küken werden totgetreten, Säue in enge Käfige gesperrt und Ferkel kastriert ohne vorher betäubt zu werden. Du solltest also nicht denken, dass deine Bio-Putenbrust direkt vom Bauernhof deiner Kinderbücher kommt. Die Bauern aus diesen Büchern wären längst pleite.

Bilder aus der Massentierhaltung sind doch die Ausnahme

Leider nein. 95% der Rinder, 97% der Hühner und sogar 99% der Schweine in Deutschland leben und sterben genau auf diese Art und Weise bevor sie auf deinem Teller landen. Deutschland ist sogar der drittgrößte Fleischexporteur der Welt, direkt hinter den USA und Brasilien.

Diese Argumente sollen Fall informieren und zu einem Umdenken anregen, nicht angreifen und bloßstellen. Die Besserwisser-Keule zu schwingen bringt in der Regel selten etwas. Ich vergleiche das gerne mit dem folgenden Beispiel: Wenn A. eine überteuerte Couch gekauft hat und ein Freund zu ihm sagt, dass er niemals so viel Geld für so eine hässliche Couch ausgegeben hätte, geht A. direkt in den Verteidigungsmodus. “Das ist ein Designerstück”, “du hast keinen Geschmack” usw. Wenn sich der Freund jedoch zurückgenommen hätte und sich sachlich über die hohen Preise von Möbelstücken geäußert hätte, wäre A. vermutlich eher dazu bereit, einzugestehen, dass die hässliche Couch einfach viel zu teuer war. Lass dich also nicht aus der Fassung bringen argumentiere sachlich und bleibe ruhig.

Ich hoffe der Beitrag hat dir gefallen und hilft dir ein wenig bei kommenden Diskussionen

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